Rock Hard online 06.2007
Am 8. und 9. Juni 2007 kam die hart gesottene Fraktion des Ostens beim GAHLEN MOSCHT Open Air in Göritz nahe Cottbus diesjährig zum zweiten Mal zusammen, um ein höllisches Wochenende mit metallischer Livemusik, Bier und Bratwurst zu begehen. Mit ungefähr 250 Besuchern war das Festival zwar wohl weiterhin ein Geheimtipp geblieben, allerdings konnte man dieses Jahr mit ENDSTILLE und BELPHEGOR zwei international anerkannte Headliner verpflichten, die das Festival nun von der Regional- in die Landesliga beförderten. Des Weiteren waren 16 deutsche und polnische Untergrundbands aus den Subgenres Death Metal, Pagan Metal und Grindcore vertreten.
Spielten die kleineren Bands am späten Nachmittag bei brütender Hitze vor einem noch äußerst überschaubaren Publikum, so versammelten sich nach Einbruch der Dunkelheit sämtliche Düstermänner und -frauen auf dem Festivalgelände, um sich bei Gegrilltem und Bier auf die abendlichen Attraktionen einzustimmen. Die Death Grinder RESSURECTED traten am Freitag als erste Co-Headliner auf und konnten sowohl durch den derben Sound als auch durch ihre impulsive Bühnenshow die ersten Metaller aus der hitzebedingten Lethargie reißen. Beifälliges Kopfnicken bis heiteres Bangen war die Reaktion aus dem Publikum. Explosiv wurde die Stimmung jedoch erst, als die polnischen ?Darzamat? die Bühne betraten; mit ihrer Variante von modernem Pagan-/Black Metal boten sie ein ansprechendes Kontrastprogramm, das mit eingängigen Melodien überzeugte und gemeinhin Haareschütteln bis in die hinteren Reihen einsetzen ließ. Klasse Show, überraschend gut harmonierte Sängerin Neras kräftige Stimme, die nicht wie ein weichgespülter Klassik-meets-Metal-Abklatsch angelegt ist, mit den düsteren Keyboardsounds und aggressiven Gitarrenriffs.
Äußerst böse und routiniert wie immer gingen nach ausgedehnter Umbaupause die ungeduldig erwarteten Mannen BELPHEGOR zu Werke. Erfreut ließ man die Köpfe fliegen und grölte im richtigen Moment die entsprechenden Textpassagen mit. Vereinzelt ärgerte man sich allerdings über die Setlist - die Band spielte nahezu ausschließlich neues Songmaterial - auch das übertrieben protzige Auftreten von Frontmann Helmuth stieß zuweilen auf Augenverdrehen in den hinteren Reihen. Trotz allem sahen die Gesichter nach der kurzen Zugabe zufrieden aus. Die Band scheute nicht den Kontakt zu den Fans und ließ sich bereitwillig ablichten. Der Tag klang für viele mit einem kühlen Bier auf dem Campingplatz aus.
Nach einem langen, heißen Samstag, den der eine oder andere ob der Hitze im Alkohol zu ertränken suchte, freute man sich mich sinkendem Sonnenstand nun auf die polnischen Old-school-Death-Metaller BESTIAR, die eine von Spielfreude sprühende Show mit harten Riffs und extremen Drumming lieferten. Kompromisslos traditionell gespielte Musik findet glücklicherweise auch heute noch seine Anhänger, und so fielen die Resonanzen auch hier unter den Deathern positiv aus.
Dass sich THRUDVANGAR so langsam aus dem Untergrund nach oben spielen, konnten sie mit ihrer melodischen Mischung aus Pagan, Folk und Death Metal unter Beweis stellen, die jedermann vor der Bühne - nach einigen etwas ätzenden Fehlstarts beim Sound - wieder in Bewegung brachte und nicht nur die darunter weilenden Waldschrate zum Tanze animierte.
Im Anschluss gab es dann gar kein Halten mehr, zum Finale gaben sich die Thüringer ENDSTILLE die Ehre: infernalischer hätte sich das schwarzmetallische Spektakel nicht gestalten können, ausgerenkte Nackenwirbel, animalisches Kreischen, Blut, wohin das Auge reichte. Sänger Iblis geriet außer Rand und Band, besessen keifte er seine blasphemische Botschaft in die Dunkelheit, und der geneigte Fan kam nicht umhin es ihm gleich zu tun. Das Publikum ging an seine Reserven. Nach einer etwas zu halbherzigen kam die Meute zur Ruhe und ließ beeindruckt den Auftritt auf sich wirken. Noch etwas benommen taumelte der ausgelaugte, zerzauste Mob wieder in Richtung Zeltplatz, wo noch bis früh in den Morgen in trautem Kreise ausgelassen gefeiert wurde.
Zusammenfassend also erneut ein Erfolg sowohl für Besucher als auch für Veranstalter: das gute Wetter, die freundlichen Securities, die perfekte Organisation und die niedrigen Preise, das vielseitige Billing und vor allem die familiäre und friedliche Atmosphäre stießen auch dieses Jahr wieder auf das Wohlgefallen aller Beteiligten. Somit dürfte einem Gahlen Moscht 2008 wohl nichts im Wege stehen.
Autor: Marianne Frenschkowski
Blicklicht 06. 2006
Das 1. Gahlen Moscht Metal Festival ist leider vorüber. An diesem Wochenende wurden unsere Ohren mit bestem Metal verwöhnt und der Durst wurde unter anderem mit leckerem Met gestillt. Der Termin Ende April barg natürlich das Risiko, dass das Wetter nicht so toll werden wird. Leider war es auch an beiden Tagen genau so. Mich persöhnlich schreckte das jedoch nicht ab und ich hätte mich wahrscheinlich auch geärgert nicht dabei gewesen zu sein. Am Freitag ging es um 20.00 Uhr mit Miseria los und endete mit Grind Inc.. Sardonic überzeugten mich mit Ihrem Beitrag am Freitag am meisten. Am Samstag ging es erst um 18.00 Uhr los weil die Party wegen des Wetters nach drinnen verlegt wurde. Diese Entscheidung wurde von allen begrüßt, denn nun musste keiner mehr im Regen stehn. Am Samstag sah man einige aussergewöhnliche Beiträge der Metalkapellen. Was mir besonders gefiel war das Hammer outfit des Schleisse Sängers. Genau wie der Sänger von Blutsturz der mich ein wenig an Gogoroth erinnerte. Als die Co-Headliner Killing Spree mit Ihrer Show anfingen tauten die Leute dann richtig auf. Leider bekam man von Killing Spree nur die bekannten Lieder zu hören. manos rockte den Laden zum Schluss noch richtig und wurde auch nicht mehr von der Bühne gelassen. Ca. 2,5 Stunden dauerte das Spektakel und Manos musste auch noch Gesangseinlagen vom Killing Spree Bassisten und Cerebric Turmoil Sänger über sich ergehen lassen. Fazit: - geile Party, Scheiss Wetter (Fuck Petrus), super humane Preise, super Location und absolut hammergeile Bands. Ich hoffe die Veranstalter bekommen das nächstes jahr auch wieder so hin und wenn das Wetter schlecht ist ziehen wir halt wieder in den Hammel. Wir sehen uns nächstes Jahr auf dem Gahlen Möscht in Göritz. (L.F.)
www.extreme-aggression.de 05. 2006
Festivalbericht GAHLEN OPEN AIR vol. I
28.04.06 - 30.04.06 So, hier haben wir den ersten Versuch des Gahlen Moscht Open Airs. Schlauerweise haben es die Macher so ziemlich genau am Anfang der Festivalsaison gelegt. So haben die Fans noch Hunger auf's zelten und Festivals allgemein. Risiko ist natürlich, dass es noch ziemlich kalt sein kann und oft im April regnet, aber gut, regnen tut es auch im Juli.
So, leider kann ich über Freitag, den ersten Festivaltag garnicht viel berichten, da ich nicht anwesend war. Aus Erzählungen der Bands, die am Freitach zockten aber folgendes: Der Zeitplan verschob sich ziemlich derb, so dass Harmony Dies und Grind Inc. fast schon im Morgengrauen spielen mussten. Noch blöder war das extrem kalte Wetter, so dass die Bands sich mit Alkohol betäuben mussten. Zuschauer waren wegen der miesen Freitäglichen Wetterlage auch eher selten anzutreffen. Berichten zu Folge soll sich die Besucherzahl im zwanziger bis dreissiger Bereich befunden haben. Oh oh, da kann man als Veranstalter schon mal locker einen Herzinfarkt bekommen.
Also fuhr ich erst am Samstach mit Kumpelz und den Rest meiner Bandfreunde ins Dörfen Casel / Göritz, was sich widerum in der Nähe vom Bundesligaaufsteiger Cottbus befindet. Warum heisst es dann Gahlen Open Air ? Janz einfach, die Location musste kurzfristig gewechselt werden. Aber auf jeden Fall ne gute Wahl. Absolut idyllisch mitten in der Lausitz gelegen, umgeben von Feldern und wilden Tieren (scheiss Nachtigall !). Der Festivalplatz sah auch ganz ordentlich aus. Die Bühne selbst zusammengeschustert, aber echt schick und Metal like. Die Zeltplätze befanden sich ca. 100 Meter vom Festivalgelände entfernt, so dass man noch so voll sein konnte, man hat den Weg in die Penntüte gefunden.
Kaum angekommen, suchten wir auch schon den Bierstand und fanden Ulf von Harmony Dies, der mir mit der ersten Hülse aushalf. Danach folgen dann noch etliche mehr. Aber interessiert Euch sicha nich, wa ?
Das blöde war, als wir ankamen, kam auch noch der Regen. Und der wollte sich einfach nicht verpissen. Der Wettergott muss Hip Hopper sein. Die Veranstalter reagierten aber sofort und zogen mit der gesamten PA und wat dazu gehört, in den ca. 13,5 Meter entfernten, alten Hammelstall, der schon diverse Male als Konzertlokation benutzt wurde und auch dementsprechend umgebaut war. Wat ick damit sagen will, da sind keene Tiere mehr drinne.
Gut, los gings etwas verspätet mit der ersten Band. SCHLEISSE STANKEND GLIUD überraschten mich mit echt ansprechender Musike. Noch angekündigt als Black Metal Combo, is mir nix vom Black Metal aufgefallen. Jedenfalls livehaftig nicht. Eher Death Metal mit kleinsten Grindelemeten, was auch noch durch die schicke Nylonverkleidung des Sängers unterstrichen wurde. Soundtechnisch ordentlich gingen die Herren auch ganz gut ab. Das Publikum, was an diesem Abend geschätzte 150 Besucher/Innen waren, reagierten noch etwas verhalten. Naja, da war'n se ja ooch noch alle nüchtern. Die zweite Band AUFFE OMME und die dritte Band BLUTSTURZ habe ick voll verpasst, weil ick die ganze Zeit mit rumquatschen und Bier saugen beschäftigt war. Naja, vielleicht hab ich nochmal irgendwann dit Vergnügen.
Nun folgte die technische Death Metal Combo CEREBRIC TURMOIL aus Berlin. Bis vor kurzem hiessen die Jungz noch CHAOSPHERE. Tut aber nix zur Sache, denn die Musike ist gleich geblieben. C.T. hatten einen ordentlichen Sound und nun sah man auch die ersten moshenden Gestalten vor der Bühne, die sich zu den sägenden Gitarrenklängen und Schlachtwerk bewegten. Stageacting war auf jeden Fall in Ordnung, Musike auch, alles oke !
DEKADENZ waren nun an der Reihe. ich glaube, ich kannte mal ne Punkband, die so hiessen. Aber die dekadenten spielten ne Mische aus Death Metal mit Keyboard und rockigen Zeuch. Das Publikum schien es nicht sonderlich zu interessieren. Mich auch nicht, obwohl man gestehen muss, dass die Band ihre Art von Musike drauf haben und bei einen Gothic Festival sicher besser abgefeiert werden.
Nun war's für uns, GOREGAST soweit. Tja da Eigenlob stinkt, sag ick einfach nur, dass wir sehr zufrieden waren und die Zuschauer unsere Bemühungen auch hornorierten. Zu erwähnen wäre vielleicht noch ein Fan, der sich während des gesamten Gigs neben mir auf der Bühne aufgehalten, geturnt und ab und zu ins Microskop gebrüllt hat. Das kuriose war, dass er seine gepunktete Schlüppa über der Jeans trug. Auf jeden Fall ne coole Sau !!
Nun waren die Berliner POSTMORTEM an der Reihe, von denen ich schon ewig nix mehr gehört hatte. Kein Wunder, war man doch ewiglich auf der Suche nach einen neuen Drummer, den sie jetzt gefunden haben. Die Musike hat sich, im Gegensatz zu den letzten Album ziemlich gewandelt. Jetzt hört man wieder Death Metal Elemente, insgesamt etwas wech vom Hardcore und etwas hin zu the roots. Gut, alles in allem ein guter Gig der Balina. Nun waren die Lokalmatadoren aus Cottbuz an der Reihe. Die Rede ist von den Melodic Deathern KILLING SPREE, die fast die gesamte letzte Scheibe durchgespielt haben. Dazu noch einige andere Stücke, ich glaub neues Material war auch dabei. Haben se auf jeden Fall gut rübergebracht,
alles wieder erkannt. Sicher auch Dank des Keyboards. Ne nette Musike zum hören, aber live nix für mich. Da brauch ich Action. Die Zuschauer sahen das aber anders und gingen gut ab.
Nun war es auch schon ziemlich spät, ick schon ziemlich besoffski, aber gut, MANOS nüchtern gucken is eh scheisse. MANOS spielten eigentlich alles was sie bisher veröffentlicht haben, glaub ich. Der Gig ging über 2 Stunden. MANOS gehört zu den Bands, die ich durch Zufall schon ganz ganz oft gesehen habe. 1 Stunde geht ganz gut und macht Spazz, aber sooo lange, das war mir zu viel. Zum Schluzz hatte Andrew gar kein Bock mehr zu singen und da übernahm dann mal der und mal der aus dem Publikum den Part des Vocalen. Die Leute waren von Anfang an begeistert und pogten wild rum. Dieses mal hatte die Band gar nicht soo viele Utensilien an Board. Naja macht ja ooch nischt. Fazit: MANOS waren wie immer super, haben aber definitiv zu lange gezockt.
Danach is bei mir Filmriss, aber ich glaub, ich hab mich dann in den Transporter gelegt und gepennt. War ja mittlerweile auch schon früh morgens. Störend war nur diese vermaledeite Nachtigall, die einfach nicht aufhören wollte, zu schreien.
Am Sonntag Mittag bin ich dann aufgewacht und hab mir erstmal 3 Kaffee eingespritzt und den Vortag ausgewertet. Nun schien die Sonne, es waren 15 Grad mehr, als am Vortag. Es war nun klar, Gott ist ein Hip Hoppa. Am Sonntag spielten dann auch noch 3 weitere Bands, die ich aber, wie's der Zufall so will, verpasst habe. Glaub ich jedenfalls. Irgendwie konnt ich dann nicht an mir halten und fing wieder mit dem Bier saugen an, was dann den ganzen Nachmittag und Abend anhalten sollte. Gott sei dank, war ich nicht der "Nachhausefahrer". Um Mitternacht sind wir dann wieder heile im heimischen Neukölln angekommen. Als Fazit bleibt zu sagen, wenn das Wetter besser gewesen wäre, wären auch sicherlich mehr Leudde gekommen. Die
Veranstalter waren sehr nett, der Grundstücksbesitzer ne absolute Granate, die Organisation makelos und die Preise super human. Ich hoffe, dass Gahlen im Jahre 2007 wieder moscht !!
Hier noch das Billing:
FREITAG: GRIND INC., HARMONY DIES, SUMMER'S DYING, HUMAN NATURE, SARDONIC, SCHWARZE STILLE, MISERIA
SAMSTAG: MANOS, KILLING SPREE, POSTMORTEM, GOREGAST, DEKADENZ, CEREBRIC TURMOIL, BLUTSTURZ, AUFFE OMME, SCHLEISSE STANKEND GLIUD
SONNTAG: DER GELBE WAHNFRIED, DELUSIVE DAWN, BRAINPOOR
Rico